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Die Entwicklung neuartiger Strukturen in komplexen sozialen Systemen wird seit einiger Zeit in einem Teilgebiet der Innovationsforschung untersucht, das sich speziell mit sozialen und organisationalen Innovationen beschäftigt. Dieser relativ junge Zweig der Innovationsforschung befasst sich weniger mit der technologischen Entwicklung neuer Produkte und Produktionsprozesse, im Fokus stehen vielmehr Innovationen in Managementpraktiken, -prozessen, -strukturen und -techniken.

Im Gesundheitswesen ermöglichen soziale und organisatorische Innovationen insbesondere die Weiterentwicklung und effizientere Gestaltung von Versorgungsstrukturen sowie die Entwicklung verbesserter Techniken und Prozesse zum Management von Gesundheitseinrichtungen.

Beispiele

  • integrierte, sektorübergreifende und kooperative Versorgungsformen, z.B. medizinische Versorgungszentren, Ärztenetzwerke, IV-Projekte, DMPs
  • E-Health gestützte und telemedizinische Interventionsformen
  • Ambulantisierung von Langzeitpflege bzw. Entwicklung teilstationärer Einrichtungsstrukturen
  • evidenzbasierte Informationssysteme über chronische Krankheiten
  • neue Formen der Zuständigkeiten der Gesundheitsberufe, z.B. AGnES-Modellprojekt in Deutschland

Aktuelle Forschungsprojekte

Health Management Innovations in an Ageing Society (Arbeitstitel)

Gemeinsam mit der UMIT Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik sowie der MedUni Innsbruck befindet sich derzeit ein Forschungs-  projekt zu Innovationen im Gesundheitsmanagement in der alternden Gesellschaft in Vorbereitung.

Ziel ist neben einem internationalen „Horizon Scanning“ gemeinsam mit Partner-  organisationen die Identifikation bzw. Entwicklung sozialer und organisationaler Innovationen auf der Mikro-, Meso- und Makroebene des Gesundheitssystems. Diese Innovationen haben einen Fokus auf den demographischen Wandel und in Hinblick auf die Versorgung, den technologischen Wandel und auch die zu erwartenden Veränderungen im Arbeitskräfte- potenzial.

Organisatorische Innovation in Europa

Grundlage: Dieses Forschungsprojekt beruht auf empirischen Untersuchungen, die einen umfassenden Längsschnittdatensatz mit mehr als 100.000 Unternehmens-beobachtungen innerhalb Europas über einen Zeitraum von 12 Jahren, beinhalten.

1. Workstream: Dieser Bereich umfasst die Identifikation von Voraussetzungen und Determinanten organisatorischer Innovation auf Unternehmens-, Industrie- und Landesebene sowie möglicher Interdependenzen zwischen Faktoren unterschiedlicher Ebenen. Dabei soll auch der Einfluss von länderspezifischen Institutionen (insbes. Regulierung des Produkt- und Arbeitsmarktes, Bildungssystem, industrielle und Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen, öffentliche Informations- und Kommunikationsinfrastruktur) sowie kultureller Faktoren auf die organisatorischen Innovationsaktivitäten von Unternehmen untersucht werden.

2. Workstream: Dieser Workstream widmet sich der Untersuchung möglicher Interdependenzen zwischen der Adoption organisatorischer und technologischer Innovationen und Gewinnung von Erkenntnissen zu möglichen Komplementaritäten zwischen beiden Innovationstypen. Dabei soll zugleich Aufschluss über komplexe Trajektorien der Adoption verschiedener Innovationstypen im Zeitablauf und somit ein Erkenntnisbeitrag zum breiteren Forschungsgebiet der Innovationsdynamik geleistet werden.

3. Workstream: In diesem Schritt wird die Auswirkung organisatorischer Innovationen auf den Unternehmenserfolg erforscht. Während der Erfolgsbeitrag technologischer Innovationen weitgehend unbestritten ist, wird die Erfolgswirkung von organisatorischen und Managementinnovationen derzeit noch kontrovers diskutiert. Für ein tiefergehendes Verständnis dieser Thematik fehlt zur Zeit noch umfassende und robuste empirische Evidenz, die das Forschungsprojekt erbringen soll.

Nutzen: Für die Unternehmenspraxis ergeben sich wichtige Einsichten zu den Voraussetzungen und Erfolgswirkungen einer fruchtbaren Ökologie organisatorischer Innovation. Politische Entscheidungsträger schließlich erhalten Hinweise für die Gestaltung effektiver Maßnahmen zur Förderung nicht-technologischer Innovationen. Eine Förderung durch den FWF ist beantragt.

Aktuelle Publikationen

Farnschläder,  J., & Stummer, H. (2014). Kooperation in Vertragsarzt-MVZs: Der Einfluss der Gewinnverteilungsmethode. Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement, 19(2), 57-60.

Ganter, A., & Hecker, A. (2014). Configurational Paths to Organizational Innovation: A Qualitative Comparative Analysis of Antecedents and Contingencies. Journal of Business Research, 67(6), 1285-1292.

Hecker, A., & Ganter, A. (2014) Path and Past Dependence of Firm Innovation. Economics of Innovation and New Technology, 23 [5/6], 563-583.

Klestil, T., Bodi, S., Stummer, H., & Zulehner, C. (2014). Die unfallchirurgische Tagesklinik im Routinebetrieb. JATROS Unfallchirurgie & Sporttraumatologie, 9(4), 9-11.

Ganter, A., & Hecker, A. (2013) Deciphering Antecedents of Organizational Innovation. Journal of Business Research, 66(5), 575-584.

Ganter, A., & Hecker, A. (2013) Persistence of Innovation: Discriminating between Types of Innovation and Sources of State Dependence. Research Policy, 42(8), 1431-1445.

Hecker, A., & Ganter, A. (2013) The Influence of Product Market Competition on Technological and Management Innovation. European Management Review, 10(1), 17-33.